Sieben Fragen an ... Elisabeth Teige

Die Norwegerin Elisabeth Teige ist eine erfahrene Wagner-Interpretin. In TANNHÄUSER singt die Sopranistin Venus und Elisabeth als Doppelrolle – beide zum ersten Mal

Sie singen Venus, die Göttin der Lust, und Elisabeth, eine keusche Christin. Wie wechseln Sie zwischen den Extremen?
Ich muss mich nur auf die Rollen einlassen, sie sind so gegensätzlich und musikalisch klug aufgebaut. Ich kann mich in beide Richtungen voll austoben. 

Legen Sie beide auch stimmlich unterschiedlich an?
Das tut Wagner sowieso. In der Dresdner Version des TANNHÄUSER ganz besonders. Venus ist dramatischer und sehr hoch. Elisabeth ist lyrischer, ruhiger.

Wie ist es, Wagner an der Deutschen Oper Berlin zu singen?
Als ich in Norwegen zur Opernakademie ging, sind wir jedes Jahr nach Berlin gefahren und haben eine Woche lang alle Vorstellungen an der Deutschen Oper gesehen. Ich saß im 2. Rang ganz hinten und träumte davon, hier zu singen. Nun ist es wahr, und jedes Mal wundervoll.

Heilige oder Hure: Die Unterscheidung scheint nicht mehr zeitgemäß. Differenzieren Sie noch?
Menschen haben immer beide Seiten in sich, und Frauen haben auch alles von Venus und Elisabeth in sich: Lust und Begierde, Reinheit und Unschuld. Ich finde sogar, Venus ist so etwas wie Elisabeths innere Frau. Die eine trägt die andere in sich.

Was reizt Sie an den Figuren?
Ich habe Senta aus DER FLIEGENDE HOLLÄNDER oft gesungen, sie ist jung und sie hat so viel Kraft und auch Begierde in sich, da kann ich mich hineinfühlen. Und ich singe gern Sieglinde aus DIE WALKÜRE, die ist mit einem Arschloch verheiratet und ganz depressiv, bis sie ihren Bruder zum ersten Mal trifft und sich verliebt. Das ist verboten, klar. Aber sie fühlt sich eben endlich ganz, sie findet das verlorene Puzzlestück. Das ist doch verständlich. Seien wir ehrlich: Venus ist auch aufregender als Elisabeth.

Elisabeth Teige in DIE WALKÜRE © Bernd Uhlig
 

Skandinavierinnen gelten als Wagner-affin. Warum eigentlich?
Unsere Sprachen sind nicht weit voneinander entfernt, manche Wörter sind gleich und auch die Art, Sprache zu bilden, in Mund und Kehlkopf. Das muss einer der Gründe sein.

Was bedeutet Wagner Ihnen?
Viel, denn mit Wagner begann meine Karriere. Seine Opern faszinieren mich, für meine Stimme passen sie, aber ich mag sie auch wirklich. Es macht Spaß, Wagner zu studieren, er ist vielschichtig. Zur Einstimmung höre ich immer die Ouvertüren ganz oft hintereinander, da stecken meist schon alle Themen der Oper drin. Wagner baut seine Geschichten genial auf.

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