In Berlin leben nach Schätzungen des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenvereins Berlin etwa 6.000 blinde und 20.000 sehbehinderte Menschen. Wie im Durchschnitt der Bevölkerung dürfte ein Zehntel von ihnen kulturinteressiert sein. Diesen Gästen hilft die Live-Audiodeskription, auch das visuelle Bühnengeschehen intensiv erleben zu können.

Im Fernsehen gibt es Filme mit Hörkanal, wo ein Sprecher für Menschen mit Sehbehinderung das Geschehen beschreibt. Das gleiche bieten wir nun Opernfreunden an, nur dass es nicht produziert ist, sondern live gesprochen wird. Dafür hat Förderband e.V., Kulturinitiative Berlin extra Sprecherinnen und Sprecher ausgebildet. Die Kommentare sprechen sie in einer schallisolierten Kabine am Saalende, per Funk werden sie übertragen. Um sie zu hören, leiht man sich im Foyer ein Gerät und empfängt während der Aufführung die Audiokommentare per Knopf im Ohr.

Im Vorfeld des jeweiligen Termins steht online ein Podcast mit einer speziellen Einführung zur Verfügung. Circa zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn ermöglicht es ein spezieller Besucherservice, durch Führungen, in deren Rahmen der Bühnenraum erkundet und Requisiten, Kostüme und Maskenelemente ertastet werden können, und durch dramaturgische Vorgespräche, die Elemente der jeweiligen Inszenierung dialogisch und taktil wahrzunehmen.

Dogsitting für Führhundehalter* innen ist auf Anfrage für einzelne Aufführungen möglich.

Wolfgang Amadeus Mozart: DIE ZAUBERFLÖTE

In der Mischung aus Wiener Volkstheater, Freimaurermysterium und Märchen ist diese Oper die wohl meistgespielte im deutschen Sprachraum und in der farbenfrohen, bildstarken Inszenierung von Günter Krämer ein Favorit unseres Publikums.

Termin: 4. März 2023, 19.30 Uhr

Termin: 15. April 2023, 15.00 Uhr

 

 

Georges Bizet: CARMEN

Als »Operette mit bösem Ende« bezeichnete Bizet seine Oper – zu Recht, denn das Einzigartige an 
CARMEN ist die Mischung aus romantischer Oper, realistischem Drama und Offenbach-Operette. Die Inszenierung von Ole Anders Tandberg erzählt die Geschichte in kraftvollen Bildern, die zwischen Schock, Groteske und Pathos wechseln.

Termin: 6. November 2022, 16.00 Uhr

Termin: 12. November 2022, 19.30 Uhr

Termin: 4. Juni 2023, 18.00 Uhr

 

Eine Bühnenaufführung für blinde und sehbehinderte Menschen zum echten Theatererlebnis zu machen, ist das Ziel des Projektes Berliner Spielplan Audiodeskription. Gemeinsam mit fünf Berliner Bühnen sollen bis zum Ende der Spielzeit 2022/23 sechzehn Produktionen mit über 40 Aufführungen live für blinde und sehbehinderte Zuschauer*innen kommentiert werden.

 

Mit dem Berliner Spielplan Audiodeskription wird das erste Mal Genre übergreifend und in nennenswertem Umfang eine gleichberechtigte Teilhabe an der Bühnenkultur der Hauptstadt für Blinde und Sehbehinderte möglich.

 

Ein spezieller Besucherservice mit Tastführungen, dramaturgischen Gespräche und Dogsitting für Führhundhalter*innen begleiten die einzelnen Aufführungen.

 

Feste Partner-Theater des Pilotprojekts

Berliner Ensemble

Deutsche Oper Berlin

Deutsches Theater Berlin

Friedrichstadt-Palast

Theater an der Parkaue

 

Alle aktuellen Termine und Infos

telefonisch unter 030–27908776 oder

theaterhoeren-berlin.de

 

Ein Initiative von

berliner spielplan  /audiodeskription

Förderband / Kulturinitiative Berlin

Audiodeskription im Theater ist ein passgenau in das Gesamtgeschehen eingearbeiteter Kommentar, der blinden und sehbehinderten Zuschauer*innen die ausschließlich visuell wahrnehmbaren Elemente einer Aufführung präzise beschreibt. Visuelle Elemente sind Räume und Kostüme, aber auch körperliche, mimische und gestische Handlungen oder – wie im Musiktheater – Textpartien auf Displays.

Audiodeskription beschreibt alle visuellen Elemente, die für das Verständnis der Bühnenhandlung wichtig sind und hilft damit blinden und sehbehinderten Zuschauer*innen, innere Bilder und ein eigenes Verständnis der Aufführung zu entwickeln.

Im Unterschied zu Film und Fernsehen ist die Audiodeskription im Theater ebenso live wie die Aufführung selbst. Die Live-Audiodeskription erfolgt durch eine Person, die an einem schallisolierten Ort mit Bühnensicht sitzt und so vom Großteil des Publikums nicht bemerkt wird. Sie beobachtet die Bühne, um die Kommentare genau in die Sprech-, Handlungs- oder Musikpausen einzupassen. Dabei können die Kommentator*innen auf Veränderungen des Geschehens auf der Bühne ebenso eingehen wie – wenn nötig – auf Reaktionen des Publikums. Blinde und sehbehinderte Zuschauer*innen verfolgen sowohl das hörbare Geschehen auf der Bühne als auch die per Funkverbindung und Kopfhörer übermittelten Kommentare der Sprecher*innen.  Um live und gleichzeitig präzise beschreiben zu können, müssen die Kommentare gut vorbereitet sein, weshalb die Deskriptor*innen diese vorher erarbeiten und auch von sehbehinderten und blinden Redakteur*innen auf Verständlichkeit prüfen lassen. Als Ergänzung zum Live-Kommentar wird vor den Aufführungen oft eine Tastführung angeboten, bei der die blinden und sehbehinderten Zuschauer*innen Bühnenbild, Kostüme und Requisiten ertasten können.

„Auch Blinde wollen wissen, was auf der Bühne vor sich geht. Das ermöglichen wir mit dem Projekt Berliner Spielplan Audiodeskription. Wir erarbeiten Beschreibungen dessen, was visuell auf der Bühne passiert: Wie bewegen sich die Leute? Wie sieht die Bühne aus? Das ist ein mehrstufiger Prozess: Erst schreibt ein Autor ein Skript auf Basis der Inszenierung. Dann prüfen je ein sehender und ein blinder Autor den Text. Die Audiodeskription wird live gesprochen, die Zuschauer hören sie auf Kopfhörern. Für Streams werden sie aufgezeichnet. Dazu gehören auch Tastführungen mit Bühnenbegehung und Requisitenbetastung, aber das geht wegen Corona gerade nicht. Für mich ist Audiodeskription mehr als ein Service: Sie ist eine eigene Kunstform, sie macht ein Stück zu einem anderen Stück.“ - Lavinia Knop-Walling

Was passiert bei einer Tastführung?

Die Tastführung richtet sich an blinde und sehbehinderte Menschen, um ihnen für das spätere Erleben der Vorstellung einen plastischeren Eindruck des Bühnengeschehens zu geben. In der Regel beginnen die einstündigen Führungen zwei Stunden vor der Vorstellung.

Je nach Möglichkeit wird der Bühnenraum erkundet, Requisiten, Kostüme und Maskenelemente können ertastet werden. Künstler*innen und Mitarbeiter*innen der verschiedenen Gewerke beschreiben ihre Arbeit an der jeweiligen Produktion. Verschiedene Elemente der jeweiligen Inszenierung werden so dialogisch und taktil vorgestellt zur Wahrnehmung von Kunst durch mehrere Sinne.

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